Boden schätzen – Boden schützen

BodenschätzeN lädt zur praktischen Beschäftigung mit Boden ein. Was unter unseren Füßen/unterirdisch passiert, ist für viele eine große Unbekannte. Dabei sind Böden die Grundlage unserer Existenz: Sie filtern und reinigen Wasser, binden CO2, ermöglichen (mehr oder weniger üppige) Vegetation, die wiederum Lebensraum und Nahrungsquelle für Lebewesen darstellt.

BodenschätzeN will die Prozesse im Boden auf eine verständliche Art nahe bringen und damit zur gesellschaftlichen Anerkennung und Wertschätzung dieser klimatisch und ökologisch ausschlaggebenden Ressource beitragen.

Im Boden ist viel los. Wir trainieren unsere Augen und Sinne um das unterirdische Leben zu sehen und das Wirken von verschiedenen Faktoren, wie Klima und Witterung aber auch von intensiver oder bäuerlicher Landwirtschaft auf unsere Böden ein Stück weit nachvollziehen zu können.

Boden selbermachen: wie geht das?

Wir beschäftigen uns natürlich auch mit Humus. Das ist der dunkelste Anteil des Bodens, der aus totem, organischem Material besteht und ohne den kein Lebenssmittelanbau möglich ist. Wir lernen wie wir Kompost (vom Menschen gemachter Humus) produzieren. Wir erkunden unterschiedliche Kompostierungsmethoden, abhängig von den Ausgangsmaterialien und vorhandenen Mengen und welche Verwendung der fertige Kompost haben soll.

Unsere Workshops

…machen Boden und seine versteckten Schätze erlebbar!

…für Erwachsene und Gemeinschaftsgärten

In deinem Garten, im Hof, im Landprojekt gibt es einen Kompost, auf dem die Abfälle landen… und für ewig dort verweilen? Ahaaa – Da kann man ein bisschen nachhelfen!
Du hast keinen Garten, aber hast Lust trotzdem deine Bio-Abfälle zu kompostieren? Auch Zuhause und bei wenig Platz kann kompostiert werden!

 

Die Grundlage unter unseren Füßen: Boden als Fläche

Neben diesen mehr oder weniger berechenbaren Aspekten, gibt es etwas, was oft nicht zusammen gedacht wird, obwohl – oder gerade weil? – Böden buchstäblich DIE Grundlage unserer Existenz sind: wir können auf Wasser oder Luft weder laufen, noch liegen noch stehen – jedenfalls nicht über eine kurze Zeit hinaus. Der Boden stellt die Fläche dar, auf der sich unsere Leben abspielen. Darauf bauen wir unsere Häuser, Dörfer, Städte.

Und damit schlagen wir eine Brücke zu einem anderen Ufer: Boden als Fläche. Was passiert hierzulande, in Berlin, auf und in diesem Boden? Wem gehört welcher Boden? Wer nutzt ihn und wofür? Und wie beeinflusst das die Stadtnatur? Wie sieht das ober- und unterirdische Leben auf diesem Boden aus?

Wir wollen Fragen zu Flächengerechtigkeit stellen. Hierzu haben wir bisher offene Fragen (und noch keine Antworten); unser Wissen und Herangehensweisen sind lückenhaft. Wir wollen diese Brücke zusammen mit vielen anderen bauen und dabei erforschen, wohin es uns führt, all diese Aspekte miteinander zu verbinden.

Die Nährboden für eine solidarische Stadtgesellschaft

Und noch etwas steht für uns fest: wir wollen Stadtnatur selber machen und städtische Flächen gezielt mit gutem – vor Ort produziertem – Kompost ökologisch aufwerten. So wollen wir Nährboden für eine gesunde und vielfältige Stadtnatur schaffen. Das ist unser Beitrag zum guten Leben, sowohl auf, als auch unter dem städtischen Boden.[1]

Gedankenreise durch den Boden

Hier findest du eine kleine Gedankenreise durch den Boden. Nicht alle Angaben entsprechen einer korrekten wissenschaftlichen Darstellung. Das ist aber auch nicht unser Anspruch. Die Gedankenreise dient dazu, über die Brücke zwischen Boden als lebendiger Organismus und Boden als Fläche nachzudenken.

 


[1] Sehr explizit distanzieren sich workstation und BodenschätzeN von solchen Strömungen, die durch Geburt oder Familientradition einen Anspruch auf Boden begründen, sein es völkische Gruppen, Reichsbürger, Adel, Nazis oder dergleichen. Wenn wir irgendwelche Links und Verbindungen übersehen oder nicht mitgedacht haben, bitte, freundlich darauf hinweisen. Danke!